GDL und DB : Schlichtung erfolgreich.

Ramelow und Platzeck hatten mit ihrer Schlichtung Erfolg!

DB und GDL einigten sich auf einen Tarifvertrag.

Links dazu:Manager Magazin 01.07.2015 (hwn)
Spiegel-Online (hwn)

Tarifergebnis im Kern:

* die Senkung der Belastung des Zugpersonals. So werden die Überstunden auf 80 im Jahr begrenzt. 300 Lokomotivführer und 100 Zugbegleiter sollen zusätzlich eingestellt werden. Ab 2018 wird die Arbeitszeit um eine auf 38-Wochenstunden gesenkt. Auch die Öffnungsklauseln, nach denen beispielsweise die Bordgastronomen bis zu 15-Stunden-Schichten leisten mussten, konnten wir für unsere Mitglieder beseitigen;

*das Ende der Spaltung der Lokomotivführer. Lokrangierführer sind im Flächentarifvertrag Lokomotivführer;

* die Geltung der Betreiberwechseltarifverträge für das gesamte GDL-Zugpersonal;

*die Erhöhung des Entgelts um insgesamt 5,1 Prozent − um 3,5 Prozent zum 1. Juli 2015 (mindestens 80 Euro) und um 1,6 Prozent zum 1. Mai 2016 (mindestens 40 Euro). Außerdem wird das Entgeltsystem ab 2017 um eine weitere Erfahrungsstufe erweitert und

*der FairnessPlan gilt für alle GDL-Mitglieder des Zugpersonals. Quelle GDL

Auch die DGB Gewerkschaft EVG äußerte sich.
Interessant die vereinbarte Arbeitszeitverkürzung, die formal erst mal nicht für die EVG Mitglieder gilt.
Zitat:

„Im Hinblick auf die nach Auslauf des neu abgeschlossenen Tarifvertrags geplante Ein-Stunden-Reduzierung ab 2018 im Schlichterspruch reagierte Rusch-Ziemba gelassen: „Wir führen die Gespräche unter Einbeziehung der Wünsche unserer Mitglieder dann, wenn sie anstehen. Bis 2018 haben wir noch zwei Tarifrunden vor uns, bei dem wir das Thema Arbeitszeit im Interesse aller Beschäftigten auf ehrlicher Grundlage erfolgreich verhandeln werden.“ (Quelle EVG)

Auch die DB fühlt sich als Sieger:

„Alle Ergebnisse und Vereinbarungen fügen sich inhaltlich in die bestehenden Regelungen ein. Damit erreichen wir unser Ziel, für ein und dieselbe Berufsgruppe nicht nach Gewerkschaftszugehörigkeit unterscheiden zu müssen, wenn es um Arbeitszeit, Pausenregelungen oder Vergütung geht“, so Weber weiter… (Quelle DB)

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Warenhauskette Real flüchtet aus dem Tarifvertrag und versteckt sich hinter dem Argument "Wettbewerbsfähigkeit"

Allgemeinverbindlichkeit würde Abhilfe schaffen
von Marty Ludischbo
 

Die Metro Tochter Real steigt aus dem Flächentarifvertrag aus und will mit Verdi über einen Haustarifvertrag verhandeln. Verdi will das nicht akzeptieren. Die große Frage im Einzelhandel ist:  Wie kann der Wettbewerb über niedrigere Lohnstrukturen endlich wirksam bekämpft werden? Das neue Tarifautonomiestärkungsgesetz scheint den Beschäftigten im Handel erst mal nicht weiter zu helfen. Die Arbeitgeber verweigern sich.

Mit einer sog. OT – Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung) will sich die Metrotochter Real *1 aus der flächentarifliche Bindung verabschieden. Ziel scheint klar zu sein: Kostensenkungen über die Personalkosten, keine Lohnerhöhungen in der laufende Tarifrunde sowie niedriger Einstiegstarife für Neubeschäftigte. (mehr …)

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DB Tarifkonflikt -Modifizierter Beitrag nach EVG Abschluss und weitere Lesempfehlungen

Hallo zusammen,

gestern haben Sören und ich einen Beitrag um Bahntarifkonflikt im Politik-Blog online gestellt. Unmittelbar danach lief auf dem Ticker, dass die EVG sich mit der Bahn geeinigt hatte. Damit haben wir irgendwie nicht gerechnet.

http://tarifpolitik-oed.blog.de/2015/05/27/db-evg-schliesst-sozialer-komponente-ab-20477129/

Deshalb habe ich den Beitrag mit dem provokanten Titel : „Kommt jetzt der Kompromiss, damit dieser Weselsky die Streik entwöhnten Deutschen nicht weiter nervt“ an mehreren Stellen modifiziert.

Ich bleibe aber bei meiner These, dass die Bahn bis gestern sich geweigert hatte auf die Kernforderungen beider Gewerkschaften einzugehen. Jetzt ist das Staatsunternehmen der DGB Gewerkschaft zwar mit einer sozialen Komponente (Mindestbetrag) entgegen gekommen, aber es bleibt abzuwarten, ob sie den GDL Wunsch nach Verbesserung der Arbeitsbedingungen entgegenkommt, oder ob sie doch ihren vom Gesetzgeber zugespielten Joker Tarifeinheitsgesetz weiter auspielt.

Im übrigen bleiben Sören und ich bei unserer Einschätzung, dass die Medien Weselskey als neuen „Feind“ ausgesucht haben.

Hier ist der Artikel von Stefan Niggemeier lesenswert:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/21153/waterboarding-fuer-den-gemeingefaehrlichen-irren-deutsche-journalisten-ueber-claus-weselsky/

Und der neue Kommentar aus der Süddeutsche von Michael Bauchmüller fügt sich da nahtlos ein:
„renitente Lokführer“ – „Oberlokführer“ heißt es da.

Allerdings teile ich ich Bauchmüllers inhaltliche Einschätzung, dass die EVG von den Streiks der GDL profitiert hatte. Denn das durchaus passable Tarifergebnis der EVG hätte sie alleine wohl auch nur mit einem Arbeitskampf erreicht. So bleiben die Streikkassen der EVG weiter gefüllt.

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-bahn-eine-einigung-als-hypothek-1.2495751

Aber wie lange sollen die Eitelkeiten zwischen EVG und GDL noch weitergehen? Kooperiert endlich zusammen! Wahrscheinlich hättet Ihr zusammen noch mehr raus geholt. Manchmal ist es besser getrennt zu marschieren, aber man sollte gemeinsam zuschlagen. Ein Tarifeinheitsgesetz brauchen wir dazu nicht.

Beste Grüße

Euer
Marty

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Tarifrunde Länder 2015 / Einigung

Der Tarifkonflikt der Länder scheint zum Teil beigelegt zu sein. Nur für die angestellten Lehrer/Innen ist noch keine Einigung in Sachen Eingruppierung erzielt worden.

+ Die Tarifgehälter werden in zwei Schritten angehoben:
Rückwirkend zum 1. März 2015 steigen sie um 2,1 Prozent. Zum 1. März 2016 erfolgt ein weiterer Anhebungsschritt um 2,3 Prozent, mindestens aber um 75 Euro pro Monat.

+ Lt. Verdi wurde auch die Kürzung der Zusatzaltersversorgung abgewehrt.

+ GEW lehnt Angebot für Lehrkräfte ab / TDL dankt verdi und dbb und zeigt für GEW „kein Verständnis“


Pressemitteilungen:

verdi 28.03.2015

GEW PM 28.03.2015

Beamtenbund (dbb) – Homepage 28.03.2015

TDL (Arbeitgeberverband der Länder)- 2/2015

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EZB Kurs befördert Rekord Dax – Bringt uns das neue EZB Anleihenprogramm wirklich weiter?

Seit gut einer Woche läuft das EZB Anleihenprogramm . Das machen sie um eine Deflation im Euroraum zu verhindern. Aber wirkt das? Der DAX knackt derweilen immer weiterer Rekorde.

Die letzte Verzweiflungstat der EZB läuft an. „Quantitative Easing“ (?) heißt das umstrittene Programm. Es soll eine mögliche Deflation im Euroraum entgegenwirken. Im Jahre 2014 lag die Inflationstrate in der Eurozone nur bei 0,4% (hwn) .
Im Prinzip ist das Programm ein gut gemeinter Vorstoß.  Aber ist gut gemeint auch gut gemacht?

1. Nachfrageimpulse bleiben weiterhin aus, weil ja jetzt schon die die billigen Kredite oftmals in Spekulationen versickern, statt in der Realwirtschaft anzukommen.
Was logisch ist. Wo keine ausreichende Nachfrage ist (wegen der Sparpolitik) bleiben Investitionen in Unternehmen und neuen Ideen aus.
Stattdessen geht die Party an der Börse erst so richtig los.
Der DAX knackte seine 12000 Punkte Marke.

2. Der Euro schmiert gegenüber den Dollar ab. Es geht Richtung einem Dollar.
   – Importe werden Teurer. Z.B der Sprit. Das treibt die importierte Inflation nach oben
   – Exporte aus dem Euroraum z.B im Dollarraum werden dadurch billiger. Die Exporte könnten ansteigen.

Letzteres könnte sich positiv auswirken. Aber durch höhere importierte Energiepreise bleibt wiederum weniger Geld um in der europäischen Binnenwirtschaft zu konsumieren. Linke Tasche, rechte Tasche? Wir werden sehen.

Fazit: Die Politik müsste die EZB Maßnahmen mit einer Investitionsoffensive begleiten. Und zwar da, wo die Deflation sich ausbreitet. In Südeuropa. Außerdem müssten die Löhne in den Überschussländern stark, in den Defizitländern moderat steigen.
Das hatte die EZB im Kern ja bereits im letzten Jahr zurecht angemahnt.

Es ist aber leider zu befürchten das beides ausbleibt, die Austeritätspolitik fortgesetzt wird und somit Quantitative Easing genauso in Spekulationen verpufft, wie die Niedrigpreispolitik. (Anm m.l).
Immerhin. Der letzte Tarifabschluss in der Metallindustrie lässt ein wenig Hoffnung aufblühen.

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Tarifunde 2015 – TV-L / Länder

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Jahr können wir leider aus zeitlichen Gründen die Länder-Tarifrunde 2015 nicht so begleiten, wie Sie es in der Vergangenheit gewohnt waren.
Dieses Tarifblog ist ein Projekt von DNZS-Die Netzschau. Wir sind ein Non-Profit Projekt. Die Inhalte leben vom Ehrenamt.

Gerne aber können Sie mithelfen, dass diese Hobby-Publikation nicht stirbt.
Sie sind im Umfeld dieses Tarifbereiches gut informiert. Sie wollen Infos im Netz verlinken (Netzschau) und die eigene Meinung miteinander verknüpfen? Dann helfen Sie mit, schreiben Sie mit?

Kontakt: info(ät)dnzs(punkt)de

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Über die aktuelle Tarifrunde können Sie sich auf folgenden Seiten informieren:

Öffentlicher Dienst.Info – Sonderseiten zur Tarifrunde 2015 (hwn)

Gewerkschaften
verdi-TV-L
DBB – Sonderseiten zur Tarifrunde 2015 (hwn)

Arbeitgeber
TDL – Homepage

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