Öffentliche Arbeitgeber müssen jetzt ein Zeichen setzten. Es geht auch um politische Verantwortung für die Eurokrise

In einem Ausblick auf die Tarifrunde 2012 haben wir feststellen können, dass die diesjährige Tarifrunde im Schatten der Eurokrise stattfindet. Und genau deshalb ist eine abgestimmte Lohnpolitik im Euroraum notwendig, um eben auch die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in einem ersten Schritt zu korrigieren. Dazu auch eine Leseempfehlung.

Ausblick zur Tarifrunde 2012
Lohnpolitik Im Schatten der Eurokrise- Herausforderung der Gewerkschaften
Teil 1
Teil 2

Im Öffentlichen Dienst kann der Staat als Arbeitgeber mit guten Beispiel vorangehen.
Es sieht nicht so aus, dass sie, die öffentlichen Arbeitgeber, das tatsächlich wollen. . Im Gegenteil 3,3& auf 24 Monate verteilt. (Verdi berechnet 1,77 pro Jahr/ Bertram Rabe berechnet tabellenwirksam auf 24 Monate ca.2,54%)
Egal wie man das nun auch rechnet:
Das bedeutet Reallohnverlust. Und es bedeutet keinen Beitrag, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte entgegenzuwirken.

In diesem Zusammenhang noch eine Leseempfehlung:
Jens Berger von den NachDenkSeiten knüpft in einem Beitrag vom 21.03.2012 genau da an:

Titel: Tarifrunde 2012 – Medizin für eine kränkelnde Volkswirtschaft

„Die Zeichen stehen auf Sturm. Nachdem die Arbeitgeberseite trotz Warnstreiks bis dato noch nicht ernsthaft auf die Forderungen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di eingegangen ist, droht dem Land nun ein zäher Arbeitskampf mit massiven Streiks im öffentlichen Dienst. Dabei sind die Forderungen der Arbeitnehmer nicht nur im Sinne der Frage eines gerechten Lohns gerechtfertigt, sondern stellen ein zwingend notwendiges Korrektiv für die Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone dar. Da bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Staat auf Seiten der Arbeitgeber verhandelt, könnte hier die Politik endlich ein Zeichen setzen, gelten die Verhandlungen doch auch als Vorlage für etliche Tarifverhandlungen, die in den nächsten Monaten anstehen…….“

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NachDenkSeiten

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 28./29. März 2012 in Potsdam statt.

Die öffentlichen Arbeitgeber müssen nun ein Zeichen setzten. In Verantwortung. Die Warnstreiks an den Flughäfen sollten der letzte Nachdenkzettel sein. Sie können sich nicht einfach hinter den „leeren Kassen“ verstecken. Sie haben auch Vorbildfunktion für die Tarifrunden in anderen Branchen. Hier geht es auch um wirtschaftliche Vernunft und politische Verantwortung für wirtschaftliche Fehlentwicklungen in der Eurozone.

Die Gewerkschaften müssen hart bleiben,irgendwie.

 

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LA NS
Linkempfehlungen zum Thema:
wirtschaftliche Ungleichgewichte

Tarifrunde 2012

werden fortlaufend im Linkblog
der Netzschau gesetzt.

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1. Angebot der öffentlichen Arbeitgeber..Hinweis

Banner Tarifrunde 2012Der Blog Verantwortliche unseres Tarifblog-ÖD Bertram Rabe hat mir gerade mitgeteilt, dass er den letzten Eintrag im Tarifblog modifizieren musste.

Uns liegt mittlerweile das Angebot der Arbeitgeber (Bund-Kommunen) auch  in Schriftform vor. Daraus lässt sich erkennen, dass die zweite Stufe der angebotenen Entgelterhöhung eine zwölfmonatige Wirkung hätte.

Deswegen korrigierte Bertram die tabellenwirksame Wirkung, auf die Laufzeit von 24 Monaten berechnet (Basis Entgelt 28.02.2012) von 2,49 auf 2,54%. Gefühlt, so sagte mir Betram lässt sich noch ca. 0,3% drauf rechnen. (Wirkung auf Urlaubs und Weihnachtgeld)

Nächste Woche soll es eine zweite Warnstreikwelle geben.
Netzschauen Sie hier oder hier!

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Öffentliche Arbeitgeber bieten ca. 2,54%

Wie immer grüßt das tarifliche Murmeltier. Zahlenverblendung mit den Prozentpünktchen. Arbeitgeber bieten 3,3 % mehr, titelte die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände in ihrer Pressemittlung. In zwei Schritten allerdings. Das bedeutet aber auf die Laufzeit berechnet gerade einmal ca. 2,49 %*1 2,54%

Bei einer jährlichen Preissteigerungsrate von 2% würde dieses Angebot für die Arbeitnehmer/Innen im ÖD sogar ein Reallohnverlust nach sich ziehen.

Bei einer angebotenen Laufzeit von 24 Monate gehen wir davon aus, dass die Laufzeit am 01.03.2012 beginnt und am 28.02. 2014 enden soll. *1
Tabellenwirksam ohne Einmalzahlung sind das dann ca. 2,54 %
Rechnet man bei einem Bruttogehalt von 2000 Euro die Einmalzahlung von 200 Euro mit ein, lässt sich ein Gesamt – Volumina von 2,9 % 2,95 errechnen.

Berechnungsübersicht(Basis 2000 Euro brutto) hier anschauen:

Das Angebot bedeutet für die Beschäftigten:
– Keine soziale Komponente
– voraussichtlich keine Reallohnsteigerung
– keinen Nachschlag für die Reallohnverluste aus 2011

In unserem Brutto – Nominallohnrechner lässt sich nachvollziehen, was dieses Angebot für die Beschäftigten wirklich bedeutet.Im laufe der Woche bieten wir ihn zum Download an.

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*1 – Bei der angebotenen  zweiten Stufe sind wir von 11 Monaten ausgegangen. Da uns mittlerweile das genaue Angebot in Schriftform vorliegt, haben wir unserer Berechnung und Teile dieses Beitrages korrigiert.

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1. Warnstreikwelle im Öffentlichen Dienst rollt…..

Banner Tarifrunde 2012„Ehrensold für die Krankenschwester“ fordert der Verdi-Vorsitzender Bsirske. Die Arbeitgeber haben erwartungsgemäß kein Angebot vorgelegt.
Nun rollt die erste Warnstreikwelle
. (netschauen Sie die PM verdi 05.03.12)

In NRW wird Mittwoch gestreikt. In den meisten großen Städten werden dann teilweise keine Busse und Bahnen mehr fahren. Auch die Kitas , die öffentlichen Krankenhäuser und die Müllabfuhr werden bestreikt. (Netzschauen Sie hierzu diesen Artikel von RP online)

Dort heißt es: (mehr …)

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Beginn der Tarifverhandlungen ÖD/Länder

logo klein weißWie zu erwarten wurde die erste Verhandlungsrunde für den Öffentlichen Dienst/Länder ohne Ergebnis angebrochen.
Während die Gewerkschaften in Volumen 5% mehr Einkommen fordern, sieht  der TDL,der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring, kein Spielraum für deutliche Erhöhungen.

Quellen:

http://bund-laender.verdi.de/tarifarbeit-1/tarifarbeit/laender/data/2.-Flugblatt-zur-Tarifrunde-der-Laender-2011.pdf

http://www.tdl-online.de/Pdf%20f%C3%BCr%20Hauptseiten/Pressemitteilung%20Nr.%2004-2010.pdf

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Wir machen das! Wer sonst?

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TV-N Bayern- Tarifpolitik an mehreren Fronten

Die Tarifverhandlungen im Bayrischen Öffentlichen Nahverkehr werden z.Z an mehreren Fronten durchgeführt. Während ,lt. br-online (1) , verdi  schon entsprechende Vorschläge angenommen haben soll, möchte die GDL einen entsprechenden Tarifvertrag für ihre Mitglieder zunächst nicht annehmen.
Auf der verdi Homepage Bayern/Verkehr sind z.Z keine Positionierungen, Tarifinfos oder Pressemitteilungen online gestellt. (mehr …)

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Schlichter: Löhne sollen minimal steigen

Tabellenwirksam 1,64% – Mit Einmalzahlung ca: 2,11% –  Azubis nur ca. 1,89 %

Velen/Kreis Borken. Nach knapp einwöchiger Schlichtung in den Tarifverhandlungen von Bund und Kommunen haben die beiden Schlichter, Prof. Georg Milbradt und Dr. Herbert Schmalstieg, gestern ihre Einigungsempfehlung vorgestellt.

Im einzelnen empfehlen die Schlichter folgende Entgelterhöhung:
* ab 01.01.2010 – 1,2%
* ab 01.01.2011  -0,6%
* ab 01.08.2011  -0,5%
* Einmalzahlung 2011, 240 Euro, 50 Euro Auszubildende
* Weiterentwicklung der Leistungsorientierung in 4 Schritten von 1% auf 2%

* Die zum 31.12.2009 ausgelaufene Übernahmereglung für Auszubildende (unter bestimmten 
Vorraussetzungen 12 Monate) wird weitestgehend verlängert.
* Außerdem soll Altersteilzeit ab 60 Jahre möglich werden.

Laufzeit 26 Monate

Tabellenwirksam gerechnet:
Hoch gerechnet auf die 26 Monate Laufzeit bedeutet die Lohnerhöhung tabellenwirksam ohne Einmalzahlung eine lineare Lohnerhöhung von 1,64 % . Eine Inflationsrate (Preissteigerung) auf die 26 Monate durchschnittlich, geschätzt, von 1,1 % würden die Löhne auf die vereinbarte Laufzeit berechnet real nur 0,54% steigen. Sollte allerdings die Preise in den 26 Monaten stärkere steigen würde diese Empfehlung ein Brutto-Reallohnverlust bedeuten.

Beschäftigte, die von den Leistungsentgelten profitieren, kommen demnach nominal tabellewirksam auf ca. 2,05%
(real: ca. 0,95 %)

mit Einmalzahlung gerechnet:
Bei einem Brutto-Einkommen von 2000 Euro würde die Lohnerhöhung allerdings nominal ca. 2,11% steigen (real bei o.g Annahmen ca. 1%), wenn man die einmalige Zahlung 2011 mit hineinberechnet. Die Auszubildenden müssen sich (berechnet 3. Ausbildungsjahr) nominal mit 1,89 % zufrieden geben.
Beschäftigte, die von den Leistungsentgelten profitieren, kommen nominal tabellewirksam auf ca.2,52% (real: ca. 1,41 %)

Nachrechnen?

ba downloadMit unserem Brutto-Reallohnrechner lässt sich die Tariferhöhung individuell berechnen.

erstellt mit Open Office: als ods: download als xls: download

(Achtung: Die Datei wird schreibgeschützt geöffnet. Sie müssen die Datei speichern. Danach können eigene Werte und Annahmen eingeben werden)


Quellen:

Pressemitteilung verdi zum Schlichterspruch
Pressemitteilung VKA zum Schlichterspruch (vom Homepagebetreiber bereits wieder depubliziert)

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Tarifrunde 2010 – Ausblick und Fakten (1)

Die Tarifbewegungen im Krisen Jahr 2010 haben begonnen. Während der Öffentliche Dienst in die Schichtung gegangen ist, hat die größte Einzelgewerkschaft der Welt, die IG Metall, mit dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Tarifbezirk NRW für die Metall und Elektroindustrie einen Pilotabschluss erzielt. Die Spartengewerkschaft Cockpit (VC) organisiert einen großangelegten Pilotenstreik bei der Lufthansa, der aber vorerst ausgesetzt wurde.  weiterlesen

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Schlichter informieren am 18.02 die Öffentlichkeit….

Am Donnerstag, 18. Februar 2010, beginnt die Schlichtung in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen.
Die beiden Schlichter, Dr. h.c. Herbert Schmalstieg, und Prof. Dr. Georg Milbradt, informieren im Anschluss an die erste Sitzung in einer Pressekonferenz der Schlichtungskommission:

am
Donnerstag, 18. Februar 2010, 14.30 Uhr, im Best Western Premier Parkhotel Kronsberg, Gut Kronsberg 1, 30539 Hannover – Raum GOSLAR

Mit einem Schlichterspruch, schon am Donnerstag, rechnen viele Beobachter nicht. Der DNZS-Tarifblog wird natürlich netzschauen.

Der Tarifkonflikt: Leistungsorientierung gegen soziale Komponente. Wie unterschiedlich die Positionen sind lässt sich am ersten Angebot festmachen. 1,5 % Gesamtvolumen bei 24 Monaten Laufzeit (d.h ca. 0,75% pro Jahr) bieten die öffentlichen Arbeitgeber an. Daraus sollen fast 1% in die Leistungsorientierung gehen. Über Altersteilzeit und Azubiübernahme ist noch nichts nennenswerte zu hören. Die unteren Einkommensgruppen würden demnach kaum berücksichtigt.

Informationen im Netz der Tarifpartner:
VKA: http://www.vka.de/site/1041799127185542/april_2008/presse/presseinformationen/news-140.htm
verdi: http://tarif-oed.verdi.de/tarifrunden/2010-bund-und-kommunen/schlichtung/bewertung
GEW: http://www.gew.de/Verhandlungen_gescheitert_Tarifvertragsparteien_rufen_gemeinsam_die_Schlichtung_an.html
BMI (Bundesinnenministerium): http://www.bmi.bund.de/cln_156/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/mitMarginalspalte/02/schlichtung.html

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