Ulrike Herrmann ….

…. war , so meine Wahrnehmung, die einzigste, die im Politik Talk bei Jauch am vergangenen Sonntag, irgendwie ein Interesse an einer inhaltlichen Diskussion gehabt hatte. Stattdessen wurde der griechische Finanzminister mit einer aus dem Zusammenhang gerissen Aussage aufs Glatteis geführt. Wozu? Um einen Meinungstrend zu verfestigen? Ist diese Art von Politik-Talk im öffentlich rechtlichen Fernsehen wirklich noch zu ertragen?

hier der ganze Beitrag im Politik Blog
http://dnzs-politik.blog.de/2015/03/18/guenther-jauch-art-politischer-berichterstattung-gebuehrenfinanzierten-fernsehen-20192616/

Dabei wäre es mal angebracht gewesen mehr auf die inhaltlichen Aussagen von Ulrike Hermann einzugehen.
Das hielt er Jauch nicht für nötig. Wahrscheinlich hatte er auch keine Ahnung, um was es eigentlich bei der ganzen Schuldendebatte eigentlich geht.
Na egal:
Auf taz.de hat Ulrike Herrmann nun einen entsprechenden Artikel veröffentlicht, der das abbildet, was auch in der Sendung deutlich wurde. Die Kommunikation ist zerstört . „Die Eurokrise ist keine reine Wirtschaftskrise mehr – sie hat die Kommunikation zerstört. „
Ihre Kernbotschaft. Ein Schuldenmoratorium: „Eine Variante wäre, dass die Griechen erst dann einen Teil der Zinsen aufbringen müssen, wenn ihre Wirtschaft wieder wächst. Bis dahin würden sie in Ruhe gelassen. „.
Ich finde das klingt sehr vernünftig.

Hier der ganze Debattenbeitrag von Ulrike Herrmann auf taz.de

http://www.taz.de/!156464/

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Kontext: Interview mit Ulrike Herrmann

update 16.12.2011 – Anmerkungen von Marty Ludischbo im Wirtschafts-Blog : link
Ursprungspost vom 12.12..2011

Euro wird ohne Eingreifen der EZB zerbrechen / Merkel muss Blockade aufgeben Wenn die Europäische Zentralbank nicht einschreitet und wie andere Zentralbanken Staatsanleihen aufkauft, dann bricht der Euro auseinander, sagt Ulrike Herrmann. Das sei keine Frage von Monaten sondern von Wochen. Die Folgen wären katastrophal. Staaten an der Peripherie wie Griechenland würden auf den Stand von Albanien zurückfallen. Deutschland hätte in Folge eines Crashs wirtschaftliche Schäden in Höhe von bis zu einer Billionen Euro und Massenentlassungen zu verkraften. Daher müsse Bundeskanzlerin Merkel ihre Blockadepolitik gegen den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB und gegen Eurobonds aufgeben.  Quelle Kontext/TV

 

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Anmerkungen zu einem Interview mit Ulrike Herrmann – Eurobonds und EZB

Ulrike Herrmann, Ökonomin,Journalistin und Buchautorin, warnt in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Kontext_tv vor einem Eurocrash, dass wir mit freundlicher Genehmigung von Kontext MA Fabian Scheidler veröffentlichen durften.
Interview mit Ulrike Herrmann
Hierzu ein paar eigene Anmerkungen.

Ich bin mit Ulrike Herrmann in der Analyse sehr oft einer Meinung. Ich bin mir aber nicht so ganz sicher, ob die, wahrscheinlich eher rhetorische Formulierung, Furcht vor einem morgigen Eurocrash nicht etwas übertrieben ist.

Sicher die Zeit rennt und die Notwendigkeit, kurzfristige Maßnahmen sind leider nicht wegzudiskutieren.
Trotzdem noch mal so ein, zwei,drei  Anmerkungen:

1. Eurobonds sind durch die Verteuflung der Wirtschaftspresse dämonisiert worden
Eine gemeinsame Währung mit 17 regionalen Staatsanleihen ist in der Tat blödsinnig. Das gibt es in der Tat nirgendwo auf der Welt. Ein Konstruktionsfehler, der uns immer wieder einholt. Auch ich habe die Frage bereits hier thematisiert.
Ob das sofort wirkt steht aber leider auf einem anderen Papier. Vielleicht ist es selbst dafür schon zu spät. Langfristig ist das aber notwendig.
Leider haben wir eine noch ganz andere Problematik. Die Mainstream Presse, allen voran die Springer Presse, das Handelblatt und andere Wirtschaftsmagazine haben Eurobonde als „Teufelszeug“ gebrandmarkt.
Ich denke mal aus Angst, dass Deutschland nicht mehr diese niedrigen Zinsen bezahlen muss. Dabei ist das aber überhaupt nicht erwiesen. Die angebotsorientierte Glaubensgemeinschaft hat es über Meinungsmache allerdings geschafft, dass wahrscheinlich jede Partei Prozente verlieren wird, wenn sie Eurobonds fordern. Dabei kann alles andere teurer werden.

Netzschauen Sie auch diesen Artikel hier auf den NachDenkSeiten  

2. Ankauf von Staatsanleihen/ Risiken und Notwendigkeit
Durch den Ankauf von Anleihen durch die EZB sehe ich folgende Gefahr, dass mit neuem liquidem Geld erneut die Finanzmarktblase gefüttert wird.
Der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB sollte mit einer strengen Finanzmarktregulierung gekoppelt sein. Dazu gehört das Verbot von CDS Bomben und Wetten auf undurchsichtige Derivaten.
Außerdem muss die Bankensubventionierung zurückgefahren werden. Es kann doch nicht sein, das die Geschäftsbanken sich quasi monopolistisch billiges Zentralbankgeld leihen dürfen, um dann teuer Kredite an Staaten zu vergeben. Die Staaten müssen die Möglichkeiten bekommen, sich direkt bei der EZB zu finanzieren.
Die Eurostaaten müssen dann dafür sorgen, dass die liquiden Mittel auf die Realwirtschaft durchschlagen…..

Inflation ist das geringere Übel. Vermögende müssen sich an den Krisenkosten beteiligen.
Würden die neuen liquiden Mitteln durch solch einer Maßnahme auf die Realwirtschaft durchschlagen, was nicht zu erwarten ist, dann, und nur dann würde diese Maßnahme inflationäre Wirkungen haben. Aber das ist das kleinste Übel von allen. Denn: Wenn es dann gelingt, die Arbeitnehmerentgelte real zu steigern, hätten wir sogar Umverteilungseffekte. Und wenn dadurch Vermögen entwertet wird, ist das auch nur gerecht, denn die Vermögenden sind bisher am besten durch die Krise gekommen. Während die Unterschicht kaum noch Perspektiven hat, die Mittelschicht den Großteil der finanziellen Lasten aufgedrückt bekommt und unser Gemeinwesen, insbesondere in den strukturschwachen Regionen, dahinvegetiert.

Nochmal zur Erinnerung.
Die Staatsschulden sind in den letzten 3 Jahren deshalb so rasant angestiegen, weil die Staaten Banken gerettet haben und Konjunkturprogramme finanzieren mussten.
Das Geld haben die Staaten sich dann wiederum bei den Geretteten geliehen. Und weil die so dankbar waren, nehmen sie dafür noch teure Zinsen.
Deswegen ist die Forderung, die Vermögenden sollen sich an den Krisenkosten beteiligen, eigentlich doch sehr bescheiden. Oder?

Fazit:
Eurobonds müssen langfristig, eingebettet in einer ganzheitlichen Staatsfinanzierungs-Konstruktion,
etabliert werden.
Der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB , eingebettet in andere politische Rahmenbedingungen, darf in der Tat nur das Ultima Ratio (das letzte Mittel sein).  Wenn nichts anderes mehr geht. Meiner Meinung nach bleibt aber noch ein wenig Zeit, Ist es dann aber 5 vor 12  hat Ulrike Herrmann absolut recht.
Was soll dann noch helfen, außer der Zusammenbruch des Euroraums?
Die EZB muss dann eingreifen. Ob die Kanzlerin das will oder nicht.
Die Sparunion von Merkozy ist kaum die Lösung. Bin gespannt, wann sie das merkeln ähh merken.

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LA NS
Linkempfehlungen zur Person/Autorin
Ulrike Herrmann

werden fortlaufend im Linkblog
der Netzschau gesetzt.

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Rezension: Ulrike Herrmann: Hurra, wir dürfen zahlen

Hinweis: Buch-Rezension von Wolfgang Lieb
Quelle Nachdenkseiten

Ulrike Herrmann: „Hurra, wir dürfen zahlen“ Buch bei Amazon (link)

Die schwarz-gelbe Bundesregierung war für die Mittelschicht ein absehbar schlechtes Geschäft – und trotzdem hat diese Schicht, die noch immer die weitaus meisten Wahlberechtigten stellt, die „Koalition der Mitte“ an die Macht gewählt. Wie ist das zu erklären?
Ulrike Herrmann macht in ihrem Buch „Hurra wir dürfen zahlen“ einen interessanten Versuch diesen „Selbstbetrug der Mittelschicht“ zu erklären. Wolfgang Lieb

Begütert ist die Mittelschicht nicht: Zu ihr zählt, wer zwischen 1000 und 2200 Euro netto im Monat als Single bzw. 2100 bis 4600 Euro als Ehepaar mit zwei Kindern monatlich verdient. Die Mittelschicht unterstützt in ihrer Mehrheit eine Politik, die vor allem der Oberschicht dient,

  • weil es die Reichen verstehen, ihre Macht und ihren Reichtum zu verschleiern,
  • weil der Glaube an den Aufstieg in der Mittelschicht ungebrochen ist,
  • weil sie ihren Status überschätzt und
  • ihre Aufmerksamkeit darauf lenkt, sich von der Unterschicht abzugrenzen.

Diesen Selbstbetrug der Mittelschicht beschreibt Herrmann in ihrem spannend geschriebenen und dennoch faktenreichen Buch.

Die Mehrheit „der Deutschen“ sorgt sich um die Zukunft und hält sich für Reformverlierer und dennoch gibt diese Mehrheit an, dass sie zu den Gewinnern der gesellschaftlichen Entwicklung gehöre. Die Deutschen scheinen zur Selbsttäuschung zu neigen. Es ist fast egal, wie viel er verdient, fast jeder fühlt sich „fast reich“ (20), nur 9 Prozent in Westdeutschland ordnen sich der Oberschicht zu und zur Unterschicht wollen nur 3 Prozent gehören, obwohl die ökonomische Realität völlig anders aussieht. Einer der Gründe ist, dass man über die Vermögenseliten kaum etwas weiß.

Dass dem reichsten Prozent 23 Prozent des gesamten Vermögens gehören, den obersten 5 Prozent über 46 Prozent und das reichste Zehntel 61,1 Prozent kontrolliert und die unteren 70 Prozent nicht einmal 9 Prozent des Gesamtvermögens besitzen, wird in Statistiken verschleiert und durch das Klischee einer „sozialen Marktwirtschaft“ verkleistert. Oder man will es schlicht nicht wahr haben, schreibt Ulrike Herrmann.

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