Lohn & Gehaltsentwicklung 2013

Wie war die Lohn & Gehaltsentwicklung 2013? Lt Statistischen Bundesamt sind die Reallöhne für die Tarifbediensteten voraussichtlich leicht angestiegen, während die Reallöhne insgesamt durchschnittlich gegenüber dem Vorjahr um 0,2% gesunken sind.
Eine Netzschau mit Fakten, Links und Bewertungen.


Statistisches Bundesamt:
– Tarifverdienste 2013 voraussichtlich um 2,3 % höher als im Vorjahr (hwn) –
-Reallöhne 2013 um 0,2 % gesunken- (hwn)

Das würde abzüglich der Preissteigerungsrate (1,5%) ein minimimaler Reallohnzuwachs von durchschnittlich ca. 0,7 % bedeuten. Die genauen Zahlen werden aber erst Ende Februar veröffentlicht

Die gesamten durchschnittlichen Löhne und Gehälter sind real gesunken. Und zwar um 0,2 %
Eine Ursache für den Reallohnverlust, sieht das statistische Bundesamt, im Jahr 2013 den Rückgang der häufig erfolgsabhängigen Sonderzahlungen. Rechnet man, so die Statistiker, die Sonderzahlungen aus der Verdienstentwicklung heraus, so läge der Anstieg mit + 1,7 % über der Entwicklung der Verbraucherpreise.
Die genauen Zahlen werden auch hier erst Ende März veröffentlicht.

update: Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut hat allerdings andere zahlen veröffentlicht. Demnach stiegen die Tariflöhne, um 1,2% und die effektiven Bruttolöhne (hier werden auch die Nichttariflöhne erfasst) um 0,7%

Tarifbedienstete haben Vorteile
Anhand dieser Gegenüberstellung sehen wir aber erstmal grundsätzlich. Tarifbedienstete haben einen Reallohnplus, während alle zusammen weniger Zuwachs hatten. Es ist grundsätzlich zu bedenken, dass (Stand 2010) nur 55% aller Arbeitnehmer/Innen unter einem Tarifvertrag arbeiten. Es nicht auszuschließen, dass die Arbeitnehmer/Innen, die nicht unter einem Tarifvertrag arbeiten, wahrscheinlich ein Reallohnminus hinnehmen mussten.
Wir wollen da aber auch noch mal die Einschätzungen und Zahlen aus der Hans Böckler Stiftung abwarten, die wir an dieser Stelle ebenfalls dann in einem aktualisierten Beitrag nachreichen werden.


Eine erste Bewertung zu den bisherigen Zahlen aus Flassbeck Ecconomics:

Reallöhne 2013 noch stärker gesunken als erwartet, Nominallöhne extrem schwach mit schlimmen Folgen für den Euro (hwn)

Netzschauen Sie auch hier noch mal den Artikel von der Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann aus der
Le Monde. (hwn)
Unter dem Punkt Eurokrise 3, die sog. „Wettbewerbskrise“, erklärt die Buchautorin warum es wichtig wäre, dass in Deutschland die Löhne kräftig erhöht werden müssten.


Lohnentwicklung von 2000-2013

reale Tariflöhne + 8,2% – reale Lohnentwicklung gesamt: -0,7%
Quelle Böckler/Impuls (hwn) Grafik (hwn)

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….Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald wir neue Links mit Fakten gesammelt haben…
…Rückblickend an dieser Stelle noch mal das Tarifbuch 2013 Quelle WSI Tarifarchiv…

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Wirtschaftsdaten 2011

Hier einige Wirtschaftsdaten.
Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes
für das Jahr 2011 (unkommentiert)
Erste VÖ Februar 2012

-EU Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten
Kommentar Wolgang Lieb Pressemitteilung des Stat.Bundesamt – NachDenkSeiten vom 25.04.2012

– Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung (Bruttosozialprodukt) im 4. Quartal 2011
Pressemitteilung Nr.063 vom 24.02.2012

– Einzelhandelsumsatz im Dezember 2011 real um 0,9 % gesunken
(…) Im gesamten Jahr 2011 wurde im Einzelhandel in Deutschland nominal 2,6 % und real 0,9 % mehr als im Jahr 2010 umgesetzt. Damit konnten die deutschen Einzelhändler – nach dem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bedingten Umsatzrückgang im Jahr 2009 – im zweiten Jahr in Folge nominale und reale Umsatzsteigerungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr erzielen….. weiterlesen

– Verbraucherpreise 2011: + 2,3 % gegenüber dem Vorjahr 2010
Pressemitteilung Nr. 11 vom 12.01.2012

– Großhandelspreise 2011: + 7,5 % gegenüber 2010
Pressemitteilung Nr. 16 vom 16.01.2012

– Aufträge im Bauhauptgewerbe im Jahr 2011 real um 4,4 % gestiegen
Pressemitteilung Nr.063 vom 24.02.2012

– Gastgewerbeumsatz im Dezember 2011 real um 2,6 % gestiegen
Pressemitteilung Nr. 58 vom 17.02.2012

– Tarifverdienste von Oktober 2010 bis Oktober 2011 um 2,1 % gestiegen
Pressemitteilung Nr. 30 vom 27. Januar 2012

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Reallöhne sind trotz Wachstum zw. 2004-2008 gesunken

DNZS Logo35(DIW/DNZS) Die Reallöhne der Arbeitnehmer sind seit 2004 gesunken – eine Entwicklung, die es in diesem Ausmaß nie zuvor in der Bundesrepublik gegeben hat. Die Verteilung hat sich deutlich verschoben hin zu Kapital- und Selbständigeneinkünften. Im Gegensatz zur Lohnentwicklung sind die Einkommen aus selbständiger Tätigkeit und aus Kapitalvermögen kräftig gestiegen. Die Arbeitnehmerentgelte machen folglich einen immer geringeren Teil des Volkseinkommens aus. Die bereinigte Lohnquote erreichte 2007und 2008 mit rund 61 Prozent ein Rekordtief. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des DIW Berlin.
Eine Ursache dieser Entwicklung sieht DIW-Experte Brenke in der geringeren Verhandlungsmacht der Gewerkschaften.
Quelle:  DIW Pressemitteilung vom 12.08.2009

Ergänzung: Netzschau am Beispiel 2008,
Zum Ende des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungszyklus (Jahr 2008)erhielten die Tarifbeschäftigten Arbeitnehmer/Innen einen nominalen Lohnzuwachs von 2,9% Dem stand in 2008 eine Preisteigerungsrate von durchschnittlich 2,6 % gegenüber.  Das sind durchschnittlich gerade einmal 0.3& Reallohnzuwachs. Hinzu kommt, dass dieses nach Branche sich recht unterschiedlich darstellt. Siehe hier.

Interessa
nt wäre noch eine Gegenüberstellung der Nichttarifbeschäftigten, also alle Arbeitnehmer/Innen die nicht unter einem Tarifvertrag arbeiten oder in prekären Beschäftigungsverhältnisse arbeiten. Die Statistik des statistischen Bundesamtes führt eine nominale Einkommenserhöhung von 2,8 % durchschnittlich auf. Erfasst sibd hier die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer/Innen.
Das lässt vermuten, dass die Reallohnverluste aller Arbeitnehmer/Innen, also incl. nicht-tarifgebundene und prekäre Beschäftigungen , allein in 2008 noch viel dramatischer sind.

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Gerne würden wir die gesamten Zahlen, differenziert nach Tarif und Nichttarifbeschäftigten seid 2004 bis 2008 gegenüberstellen. Nach längerem netzschauen sind wir noch nicht fündig geworden.
Deshalb sind wir über weitere Hinweise zu diesem Thema sehr dankbar!
Weitere Erkentnisse werden wir dann an deiser Stelle veröffentlichen.

Infos und Linkempfehlungen bitte an redaktion@dnzs.de oder einfach die Kommentarfunktion nutzen

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